Kennen Sie das aufmunternde „Eins – Zwei – Drei – Hoppla!“? So helfe ich mir morgens aus dem Bett, wenn das Aufstehen mal wieder arg mühsam ist. Die Kraft des Zählens habe ich zum ersten Mal vor vielen Jahren in einer Aerobic Klasse im Fitness Club erlebt. Wenn die Trainerin die 8 Beats laut ansagte: 1- -2 -3 -4 -5 -6 -7- 8, da habe ich gespürt, wie mich das anspornt und einen Rhythmus gibt. Überhaupt ist das Thema Anzahl der Sätze und Wiederholungen ein viel diskutiertes Thema in der Fitness-Community.

Sich entscheiden

Auch hier ist es wieder wichtig zuerst eine klare und für mich begründete Entscheidung zu treffen: trainiere ich mit 1 Satz und möglichst vielen Wiederholungen oder z.B. 3 Sätze mit je 15 Wiederholungen und wenn die Entscheidung gefallen ist: just do it. Und wenn wir schon beim Thema Fitness sind: auch die sogenannten Activity Tracker, also elektronische Geräte, die z.B. die Anzahl der Schritte messen, machen sich die Lust am Zählen zu Nutze. Mit letzteren möchte ich mich hier nicht befassen, weil das wieder so ein nach außen verlagerter Ansporn ist.

Das Gehirn beschäftigen

Mir geht es beim Vorteil des Zählens darum, dass wir selbst aktiv zählen und damit unser Gehirn beschäftigen. Das ist ja auch die Idee hinter dem bekannten „Schäfchen zählen“ zum Einschlafen. Wir können dann nicht gleichzeitig an etwas anderes denken. Deswegen wird auch in Meditations- und Achtsamkeitskursen für den Anfang das Zählen von Atemzügen vermittelt. Ich habe gelernt: ein-aus 1; ein-aus 2; ein-aus 3; ein-aus 4; ein-aus 5 und dann wieder von vorne. War ich irgendwo bei 8 angekommen, dann war klar, dass meine Gedanken mich weggeführt hatten. Dann eben wieder ganz selbstverständlich zurück zu ein-aus 1. Auch hier braucht es zuerst wieder die klare Entscheidung: „Ich entscheide mich die nächsten 20 min ausschließlich meine Atemzüge von 1-5 zu zählen“, und dann den Timer stellen und das Vorhaben in die Tat umsetzen. Zählen spornt nicht nur an, sondern lenkt ab und beruhigt. Ein Umstand auf dem z.B. die 4-7-8 Regel des Mediziners Andrew Weil basiert.

5-Sekunden-Regel

Auch die 5-Sekunden-Regel von Motivationscoach Mel Robbins, 2018 in einem Buch publiziert, stützt sich auf das Zählen. Hier in der Form eines Countdowns um sich zum tatsächlichen Anfangen einer Aufgabe zu bringen. Statt zu überlegen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist und ob nicht später vielleicht doch besser wäre, also zu denken, statt zu handeln, schlägt sie einen Countdown vor: 5 – 4 – 3 – 2 – 1 und los! Am wirksamsten laut ausgesprochen, es geht natürlich auch, wenn ich es mir nur innerlich sage.

Schatten- und Sonnenseiten

Alles hat seine Schattenseiten und es soll hier explizit nicht um das Zählen im Sinne einer Zwangserkrankung gehen. Das ist für die Betroffenen quälend und braucht psychotherapeutische Behandlung. Im Film: Besser geht’s nicht“ aus dem Jahr 1997 mit Jack Nickolson wird das Thema zwar humorvoll dargestellt, dennoch war aus meiner Sicht die dahinterliegende Tragik spürbar.

Wenn Sie also die Sonnenseite des Zählens nutzbringend einsetzen wollen:

Wo könnten Sie heute das Hinauf- oder Hinunterzählen noch einsetzen? Z.B wenn Sie etwas, das eigentlich getan werden sollte, aufschieben wollen, wie den Bericht zu Ende schreiben, einen wichtigen Anruf tätigen, den Müll rausbringen….

Eins, Zwei, Drei und los! Viel Erfolg bei der Umsetzung!

Mit besten Grüßen

Ihre Harriet Kretschmar​


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